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Westend. «Kunst im Oberlandesgericht Frankfurt/Main» – unter diesem Titel ist bis zum 15. April die Ausstellung von der Künstlergruppe K 5 dGruB und Christof Paul im Oberlandesgericht, Eingang Klapperfeldstraße, zu sehen.

Die Künstlergruppe K 5 dGruB ist eine Gruppe Frauen, die sich aus Dagmar Morgenstern, Gründerin der Gruppe, Gabriele Seibert, Roswitha Lindt, Ulla Morbach und Bruni Schneider zusammensetzt. Sie lernten sich in der Städelschule kennen. Es sind Malerinnen in der Stilrichtung des Realismus. Ihre zumeist großformatigen Werke wirken energiegeladen und kraftvoll. Leuchtende, ausdrucksstarke Farben bestimmen die meisten Bilder. Inspiration findet die Fünf sowohl im Alltäglichen wie auch auf Reisen und in scheinbar unspektakulären Dingen. Allen Werken wohnt die gleiche energiegeladene Ausdrucksweise inne. Zahlreiche Maltechniken und unterschiedliche Materialien kommen dabei zum Einsatz. Der Schwerpunkt der Arbeiten liegt im Bereich Öl und Acryl auf Leinwand.

Die Malerei schenkt der Gruppe K 5 dGruB die Fähigkeit, mehr zu sehen, besser zu unterscheiden und neue Ideen zu entwickeln. Sie malen, um ihr Sehen sichtbar zu machen. Sie greifen Fragmente des täglichen Lebens auf, um das Gesehene in klarer Formgebung mit spannungsvollen Proportionen umzusetzen.

Die Ausstellung kann montags bis freitags zwischen 9 und 15 Uhr besichtigt werden. red

 

 

  
  
  
 Sie lernten sich an der Städelschule kennen

Gruppe "K 5 dGrub" zeigt Gemälde und Skulpturen im Oberlandesgericht - Auch Künstler aus der Wetterau dabei

Frankfurt (aho) Fünf Malerinnen und ein Bildhauer aus Frankfurt, Darmstadt und der Wetterau stellen derzeit ihre Werke im Oberlandesgericht Frankfurt aus. >K5 dGRUB< nennen sich die Künstlerinnen. Der Name setzt sich aus >Komplimentarität<, 5 Frauen und den Vornamen der Künstlerinnen Dagmar Morgenstern, Gabi Seibert, Roswitha Lindt, Ulla Morbach und Bruni Schneider zusammen. Ergänzt wird deren Ausstellung mit Werken des Bad Bilbeler Bildhauer Christof Paul, der einige seiner Holzarbeiten zur Verfügung stellt. Den musikalischen Rahmen der Eröffnung bildete der 18 - jährige Gitarrist und Abiturient Ratrick Hemling, der Werke seines großen Vorbilds, des Australiers Tommy Emmanuel, spielte.

 

>Gemeinsamkeiten mit Juristerei<

Kunst und Rechtsprechung haben viel gemeinsam, erklärte Dr. Klaus Brücknerm ehemaliger Richter und Oberlandesgerichts-Präsident sowie Beauftragter der hessischen Landesregierung für Kunst in den Gerichten, der die Ausstellung eröffnete. Es gehe in beiden Bereichen um Wahrheit und Wahrhaftigkeit und um das Erkennen des Wichtigen und Richtigen. "Es geht um Entscheidungen, Festlegungenm und Positionen und Wertvorstellungen" Von daher sei es richtig und gut, dass die Gerichte sich auch für zeitgenössische Künstler öffnen, sellte Brückner fest.

In Kunst und Rechtsprechnung gehe es zudem um Kommunikaktion, den Kunst entstehe erst dadurch dass sich Menschen mir den Arbeiten des Künstlerinnen und Künstler auseinandersetzen. Während die Richterinnen und Richter jedoch abwägen müssten, könnten die Künstlerinnen "einseitig zuspitzen und eadikaler Position beziehen". Deren beinah seismographische Sichtweisen gesellschaftlicher Entwicklung seinen wiederum für die Justitz wichtig, so Brückner.

Die Frankfurterin Dagmar Morgenstern stellt Alltägliches in seiner eigenen Schönheit und möglichst ohne Schnörkel das. Sie konfrontiert die Betrachter mit Gegenständen unseres Alltags und versucht - im >malerischen< Licht - auf deren Schönheit aufmerksam zu machen. Gabi Seibert aus Roßbach bei Darmstadt wiederum malt Landschaften und Portraits in Acryl. Besonderes Augenmerk legt sie auf die Größe und auf den Bildausschnitt, um Spannung zu erzeugen. Die Reichelsheimerin Roswitha Lindt malt in Mehrschichtenverfahren Portäts bedrohter Tierarten. Dabei arbeitet sie so fein, dass das Fell eines Ozelots den Betrachtern fast zum Anfassen flauschig wirkt. Ulla Morbach Leidenschat wiederumg ist die Farbe Blau in großformatigen Ölgemälden. Tiere können in den Bildern der Gelnhausenerin thematisch ebenso im Mittelpunkt stehen, wie Landschaften. Bruni Schneider aus Altenstadt wiederum malt Menschen, Stillleben in Öl und zeichnet Karikaturen. Die Bilder haben dabei aber immer mit ihrem eigenen Leben und Erlebnissen daraus zu tun.

Erstmals Holzplastiken

Den Bildhauer Christof Paul hat Dagmar Morgenstern bei einem Lehrgang für plastische Gestaltung mit Holz kennengelernt. Dabei war schnell klar geworden, dass Paul und Morgenstern gemeinsam austellen wollten. So sorgt diese Esposition sogar für eine Premiere im Oberlandesgericht. Denn dort waren bislang noch keine Plastiken zu sehen.

Die Qualität der Werke der realistisch und gegenständlich malenden "K5 dGRUB", die sich 2007 an der Städelschule kennenlernten, sei sehr hoch, lobte der ehemalige Gerichstpräsident, der selbst Kunstsammler ist: "Diese Ausstellung ist auf Augenhöhe mit den Galerien in der Nachbarschaft, in der Braubachstraße und in deren Umfeld" lobte er.

 Bis zum 15. April, und zwar montags bis freitags jeweils von 9 bis 15 Uhr, können nicht nur Richter, Prozessbeteiligte oder Anwälte, sondern auch andere Besucher die Ausstellung in den Fluren des Oberlandesgerichts betrachten.

Wetterauer Zeitung 26.01.2011

 

 

 

 Das Profane zur Kunst erheben

Schülerinnen von Gerda Jo Werner stellen ihre Werke in der Stadtbücherei aus

OBERURSEL (hz). "Die Wirklichkeit ist ein Teil der Kunst, das Empfinden ergänzt sie", sagt Jean Corot einmal und meinte damit jene realistischen Malerei, die das unmittelbare Erlebnis ohne jeden gedanklichen  Pathos schildert, die nur den subjektiven Eindurck einer Situation wiedergibt. In der Stadtbücherei stellen bis zum 1. Juli sechs Frauen ihre Werke aus, die alle im Atelier der bekannten Oberurseler Malerein Gerda Jo Werner studieren. "Auf diese Gruppe bin ich ganz besonders stolz", sagt die Lehrerin, die es immer wieder schafft, die Aufmerksamkeit ihrer Schülereinnen auf die Wirklichkeit des visuell Erfaßbaren zu lenken, stets vermeidend, was nach Sentimentalität aussehen könnte. Die sechs Malereinnen beleben ihre Bilder mit erfrischender Natürlichkeit. Neues haben sie von den Themenauswahl nicht zu bieten, aber es fehlt nicht an schöpferischem Talent und malerischer Originalität. Renate Kexel, Birgit Morgenstern, Dagmar Morgenstern, Elke Riad-Siewert, Rita Schneider und Gundi Ziehn haben alle Erfahrung und die wichtigen Voraussetzung, malerische Bildwirklichkeiten zu schaffen. "Ich greife in meiner Malerei Fragmente des täglichen Lebens auf. Die Natur und das Alltägliche möchte ich realistisch verarbeiten", erklärt Dagmar Morgenstern.

Fotografisch dokomentiert wird die Ausstellung von dem Kronberger Fotografen Friedrich Sinn, der den Malerinnen im Atelier von Gerda Jo Werner zwei Jahre lang über die Schulter schaute. Durch Einfühlung und Beobachtung "und das richtige Erfassen ergab sich ein rückkoppeldes Element, wird die Arbeit der Malerinnen sichtbar intensiviert" erklärt er und behauptet: "Meine Anwesenheit war bereichernd." Das Puplikum hat die Idee angenommen wie auch die Malerei, die sich leicht erschließt. Birgit Morgenstern wird so manchen aus der Seele sprechen, wenn sie sagt: "Ich möchte sehen, was ich male, und ich male, was ich sehe. Profane Dinge aus meiner Umgebung, die mir bei genauerem Betrachten spannend erscheinen, möchte ich zum Kunstwerk erheben," Im Atelier von Gerda Jo Werner ist Raum für das Leben des Künstlers, seine Idee, seine Entwicklung, seine Träume, auch für das Leben, das in seinem Werk Gestalt gefunden hat.

Öffnungzeiten: dienstags, mittwochs und freitags von 10-12 und von 15-18 Uhr, donnerstags 10-12 und 15-19 Uhr, samstags von 10-13 Uhr und sonntags von 11-17 Uhr.

Oberurseler Kurier 21.6.1993

 

 

Ganz profane Dinge, die bei näherem Betrachten spannend werden

Ausstellung in der Oberurseler Stadtbücherei

OBERURSEL. "Zur Meisterschaft entwickeltes Können" steht im Brockhaus als Erläuterung des Begriffes Kunst. Doch viele Künstlern ist das eigene Tun viel wichtiger als die Meisterschaft. "Wenn ich male, vergesse ich völlig die Zeit", schildert eine Zeichnerin, wie es ihr dabei geht. Anderen kommt es darauf an, Empfingungen auszudrücken und in der Gruppe Resonanz und Anregungen zu bekommen. In der Stadtbücherei stellen sechs Künstlerinnen aus, jede mit einer Anzahl von Bildern vertreten die ihre ganz persönliche Handschrift verräten. Hier überwiegen die Ölgemälde und Themen, die von Stilleben über Blumen- und Planzendarstellungen bis zu Porträts und Allegorien reichen. "Die Malerei schenkt mir die Fähigkeit mehr zu sehen, besser zu unterscheiden und neue Ideen zu entwickeln", so formuliert es Dagmar Morgenstern, eine der Künstlerinnen. "Für mich ist malen, mein Sehen sichtbar zu machen.

ANNETTE WITTKOPF

Frankfurter Rundschau 21.9.1993

 

                
Kreis Gießen
10.09.2004

 

HUNGEN (ivi). "Für mich bedeutet Malen, mein Sehen sichtbar zu machen", definiert Dagmar M. Morgenstern ihr Verhältnis zur Malerei. Im Pferdestall des Hungener Schlosses sind am Samstag und Sonntag Werke der Künstlerin zu sehen. Wie differenziert sie die Welt betrachtet, wenn sie zum Pinsel greift, macht sie in einer Reihe von Bildern deutlich, die sie selbst der "neuen Sachlichkeit" zuordnet. "Ich bin  Anhängerin der Moderne. Ich male realistisch oder naturalistisch, übertrage die dreidimensionale Umwelt in eine zweidimensionale Bildebene", beschreibt die Künstlerin, die in Frankfurt lebt, ihre Arbeit.
Was sie zeigt, sind Motive in klaren Linien und Strukturen. Zum einen sind es Fragmente wie der Teil einer Zapfsäule, ein Kamelkopf oder das Heck eines Cadillacs, zum anderen großflächige Darstellungen. Da kämpft eine Footballmannschaft und eine Pinguinparade scheint den Betrachter zu beobachten. Kürbis, Tomaten und Äpfel bannt die Künstlerin in einer ihr eigenen Art des Stillebens auf die Leinwand. Es ist die Klarheit ihrer Formgebung, die erst einmal Distanz und Kühle beim Betrachter hervorruft. Wer nach der Seele in den Bildern sucht, findet diese nicht auf den ersten Blick. Wenn er sich mit Farbe und Form visuell auseinandersetzt, wenn er das Bild auf sich wirken lässt, dann entstehen Beziehungen zum Motiv und der Art der Darstellung. Dann werden die grünen Äpfel plötzlich mehr als ein appetitlicher Anblick, dann erzählen zwei alte Turnschuhe ihre Geschichte.
Dagmar Morgenstern begann mit 17 Jahren, kreativ zu arbeiten. Sie arbeitete mit Ton und gab später Unterricht für Kinder und Erwachsene an der Töpferscheibe. In Frankfurt nahm die Bad Homburgerin Unterricht im Zeichnen bei Doris Meier und in der Aquarellmalerei bei Volker Schmid. Ihre Liebe zur Ölmalerei entdeckte sie im Atelier von Gerda Jo Werner in Oberursel. Sie lernte außerdem die unterschiedlichsten Techniken, denn ohne das fachliche Können, das Handwerk, hätte sie sich nicht malerisch oder zeichnerisch betätigt. "Hinsetzen und drauflosmalen ist nicht meine Sache", meinte sie während der Vernissage im Gespräch mit dem Anzeiger. Die Ausstellung ist letztmalig am 11. September von 16 bis 19 Uhr und am 12. September von 16 bis 20 Uhr im Pferdestall des Hungener Schlosses zu sehen.